Smar­te Hei­zungs­steue­rung: weni­ger Kos­ten, mehr Kom­fort

28. September 2023

Hand hält weißes, rundes Smart-Home-Gerät mit Knopf, LEDs und Lautsprecher, rechts ein Fensterkontakt mit grüner LED, im Hintergrund ein Fenster und Mehrfamilienhaus

Unter den kaum begrenz­ten Mög­lich­kei­ten des Smart Home hat die intel­li­gen­te Hei­zungs­steue­rung das größ­te Spar­po­ten­zi­al. Denn etwa 70 Pro­zent der Ener­gie, die wir in pri­va­ten Haus­hal­ten ver­brau­chen, ent­fällt auf die Raum­wär­me – mit ent­spre­chend hohen Kos­ten und vie­len Mög­lich­kei­ten für mehr Effi­zi­enz und Kom­fort. Wie das in der Umset­zung aus­se­hen kann, zeigt ein Erfah­rungs­be­richt aus einer Miet­woh­nung im Mehr­fa­mi­li­en­haus.

Inhalt

Für Eili­ge:
– Hei­zungs­steue­rung mit größ­tem Smart-Home-Spar­po­ten­zi­al: 9 bis 15 Pro­zent weni­ger Heiz­kos­ten mög­lich
– smar­te Ther­mo­sta­te leicht zu instal­lie­ren und zu bedie­nen
– für Mieter*innen inter­es­sant: ein­fa­che Smart-Home-Ther­mo­sta­te kos­ten­güns­tig
– wich­tig für Hausbesitzer*innen: auch Heiz­kes­sel und Heiz­pum­pen smart steu­ern
– Fuß­bo­den­hei­zung: kom­for­ta­ble Hei­zungs­steue­rung per Wet­ter­vor­her­sa­ge
– Erfah­rungs­be­richt zeigt: smar­te Hei­zungs­steue­rung vor­teil­haft für Vermieter*innen und Mieter*innen

Wie hilft die smar­te Hei­zungs­steue­rung beim Ener­gie­spa­ren?

Mit smar­ter Hei­zungs­steue­rung kön­nen Verbraucher*innen ihre Heiz­kos­ten um bis zu 9 Pro­zent sen­ken (Ein­fa­mi­li­en­haus: bis zu 14 Pro­zent). Die­se Zah­len nennt die Ver­brau­cher­zen­tra­le nach einer Stu­die des Öko-Insti­tuts. Ver­bän­de wie der Bun­des­ver­band der Deut­schen Hei­zungs­in­dus­trie (BDH) gehen von 15 Pro­zent aus. Vie­le Hersteller*innen nen­nen sogar ein noch grö­ße­res Spar­po­ten­zi­al: So kommt eine Fraun­ho­fer-Stu­die für einen Anbie­ter auf bis zu 26 Pro­zent.

Rea­lis­ti­sche 9 bis 15 Pro­zent ent­spre­chen einem mög­li­chen Spar­po­ten­zi­al durch smar­te Hei­zungs­steue­rung von 135 bis 400 Euro pro Jahr:

  • in einer durch­schnitt­li­chen Woh­nung: 135 bis 220 Euro pro Jahr
  • in einem durch­schnitt­li­chen Ein­fa­mi­li­en­haus: 240 bis 400 Euro pro Jahr

Das genaue Spar­po­ten­zi­al ist unter ande­rem abhän­gig vom bis­he­ri­gen Heiz­ver­hal­ten der Bewohner*innen und vom Zustand des Gebäu­des. Wer bereits effi­zi­ent heizt und alles saniert hat, wird ent­spre­chend weni­ger spa­ren. Bes­ser abschät­zen lässt sich das indi­vi­du­el­le Spar­po­ten­zi­al beim Hei­zen zum Bei­spiel mit dem Heiz­Check von co2online.

Ver­braucher­zentraleStif­tung Waren­testBundes­ve­rband der Deut­schen Heizungs­industrie
Spar­potenzial durch Heizungs­steuerung9 bis 14 Pro­zent10 Pro­zent15 Pro­zent
Woh­nung mit 70 m²135 bis 205 Euro150 Euro220 Euro
Ein­familien­haus mit 110 m²240 bis 370 Euro265 Euro400 Euro

Wie intel­li­gen­te Hei­zungs­steue­rung funk­tio­niert? Hier eini­ge Bei­spie­le:

  • Smar­te Ther­mo­sta­te dre­hen abends die Hei­zung auto­ma­tisch her­un­ter, wenn die Bewohner*innen zu Bett gehen.
  • Auch ein geöff­ne­tes Fens­ter erken­nen die Sen­so­ren und regeln die Hei­zung ent­spre­chend. Wie eine Fraun­ho­fer-Stu­die für einen Her­stel­ler zeigt, las­sen sich damit bis zu 12 Pro­zent ein­spa­ren.
  • Sind die Bewohner*innen außer Haus, wird die Hei­zung durch eine Zeit­steue­rung her­un­ter­ge­fah­ren oder kann via App von unter­wegs an- oder aus­ge­schal­tet wer­den. Man­che Sys­te­me erken­nen über GPS-Ortung, ob jemand zu Hau­se oder auf dem Nach­hau­se­weg ist und stel­len die Tem­pe­ra­tur ent­spre­chend ein (Geo­fen­cing). Laut Fraun­ho­fer-Stu­die sind so bis zu 23 Pro­zent Ein­spa­rung mög­lich.
  • Oder sie pas­sen die Heiz­leis­tung an die Außen­tem­pe­ra­tur an und kön­nen dabei sogar die Wet­ter­vor­her­sa­ge berück­sich­ti­gen. Das bringt bis zu 6 Pro­zent weni­ger.

Was muss ich bei der Anschaf­fung beach­ten?

Wer sich für eine smar­te Hei­zungs­steue­rung inter­es­siert, soll­te zunächst eini­ge Fra­gen beant­wor­ten:

Eigentümer*in oder Mieter*in? Neu­bau, Sanie­rung oder Alt­bau?

Wer neu baut oder umfas­send saniert, hat mehr Mög­lich­kei­ten für die Hei­zungs­steue­rung und wei­te­re Smart-Home-Gerä­te. Mög­lich ist zum Bei­spiel eine Ver­net­zung per Kabel statt Funk. Wer dage­gen einen Alt­bau nach­rüs­tet oder Mieter*in ist, hat weni­ger Mög­lich­kei­ten. Wich­tig ist auch das Heiz­sys­tem: Sol­len Heiz­kör­per oder eine Fuß­bo­den­hei­zung smart gesteu­ert wer­den?

Wie viel Geld steht zur Ver­fü­gung?

Eine smar­te Hei­zungs­steue­rung für einen gan­zen Haus­halt gibt es ab 60 Euro (ein­fa­che smar­te Ther­mo­sta­te) bezie­hungs­wei­se ab 275 Euro (Smart-Home-Sys­te­me). Sie kann aber auch meh­re­re tau­send Euro kos­ten – je nach Heiz­sys­tem wie Fuß­bo­den­hei­zun­gen und gewünsch­ten Funk­tio­nen.

Einen Anhalts­punkt für eine sinn­vol­le Inves­ti­ti­on bie­tet das Spar­po­ten­zi­al: Wer pro Jahr 100 Euro spart, kann 500 Euro inves­tie­ren – das wür­de sich inner­halb von etwa fünf Jah­ren rech­nen; bei 1.000 Euro inner­halb von zehn Jah­ren. Das indi­vi­du­el­le Spar­po­ten­zi­al lässt sich bei­spiels­wei­se mit dem Heiz­spie­gel ermit­teln.

Hei­zungs­steue­rung in Woh­nung mit 5 Heiz­kör­pern: Kos­ten und Spar­po­ten­zi­al

Bei­spie­leKos­tenEin­spa­rung
Wesmar­ti­fy Essen­ti­als Heiz­kör­per­ther­mo­stat (5 Stück)60 €
ein­ma­lig
135 bis 220 €
pro Jahr
Eqi­va Model N (5 Stück)100 €
ein­ma­lig
135 bis 220 €
pro Jahr
AVM Fritz!DECT 302 (5 Ther­mo­sta­te, ohne Fritz­box)275 €
ein­ma­lig
135 bis 220 €
pro Jahr
Home­ma­tic IP Evo (5 Ther­mo­sta­te + Zen­tra­le)460 €
ein­ma­lig
135 bis 220 €
pro Jahr
tado Star­ter Kit V3+ (5 Ther­mo­sta­te + Zen­tra­le)470 €
ein­ma­lig
135 bis 220 €
pro Jahr

Quelle/Daten: Einsparung/Heizkosten laut Heiz­spie­gel 2023 bei durch­schnitt­li­cher Woh­nung im Mehr­fa­mi­li­en­haus mit 70 m² und Erd­gas-Zen­tral­hei­zung; Kos­ten laut Online-Preis­ver­gleich.

Hei­zungs­steue­rung in Woh­nung mit 12 Heiz­kör­pern: Kos­ten und Spar­po­ten­zi­al

Bei­spie­leKos­tenEin­spa­rung
Wesmar­ti­fy Essen­ti­als Heiz­kör­per­ther­mo­stat (5 Stück)145 €
ein­ma­lig
240 bis 400 €
pro Jahr
Eqi­va Model N (5 Stück)240 €
ein­ma­lig
240 bis 400 €
pro Jahr
AVM Fritz!DECT 302 (5 Ther­mo­sta­te, ohne Fritz­box)660 €
ein­ma­lig
240 bis 400 €
pro Jahr
Home­ma­tic IP Evo (5 Ther­mo­sta­te + Zen­tra­le)1.050 €
ein­ma­lig
240 bis 400 €
pro Jahr
tado Star­ter Kit V3+ (5 Ther­mo­sta­te + Zen­tra­le)1.060 €
ein­ma­lig
240 bis 400 €
pro Jahr

Quelle/Daten: Einsparung/Heizkosten laut Heiz­spie­gel 2023 bei durch­schnitt­li­chem Ein­fa­mi­li­en­haus mit 110 m² und Erd­gas-Zen­tral­hei­zung; Kos­ten laut Online-Preis­ver­gleich.

Plug and play oder Löt­kol­ben?

Für eine smar­te Hei­zungs­steue­rung kön­nen Sie Sys­te­me für Einsteiger*innen ver­wen­den oder alles von Fach­leu­ten pla­nen und instal­lie­ren las­sen. Alter­na­tiv kön­nen Sie vie­les selbst machen: vom Zusam­men­lö­ten von Smart-Home-Bau­sät­zen bis zum Pro­gram­mie­ren spe­zi­el­ler Sze­na­ri­en.

Prü­fen Sie vor allem, was bereits vor­han­den ist:

  • Nut­zen Sie bei­spiels­wei­se Gerä­te von Apple oder Android?
  • Gibt es eine Fritz­Box?
  • Haben Sie einen Ver­trag für Telefon/Internet oder Strom/Gas, für den es ein pas­sen­des Upgrade gibt (zum Bei­spiel Tele­kom Smart Home)?
FRITZ!DECT 301 vor einer Fritz-Box: Warte auf Anmeldung

Gibt es wei­te­re Smart-Home-Wün­sche?

Neben der Hei­zungs­steue­rung kön­nen Sie wei­te­re Berei­che Ihres Haus­halts smar­ter gestal­ten – und so für mehr Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Kom­fort und Sicher­heit sor­gen:

  • Ener­gie­ma­nage­ment: Solar­ther­mie­an­la­ge, Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge, Strom­ver­brauch etc.
  • Enter­tain­ment und Kom­mu­ni­ka­ti­on: zum Bei­spiel Smart Spea­k­er
  • Haus­au­to­ma­ti­on und Kom­fort: Roll­lä­den, Beleuch­tung, Wasch­ma­schi­ne etc.
  • Gebäu­de-/Woh­nungs­si­cher­heit: zum Bei­spiel Alarm­an­la­ge und Rauch­mel­der

Muss es das teu­ers­te Modell sein?

Ein­fa­che pro­gram­mier­ba­re und nicht ver­netz­te Heiz­kör­per­ther­mo­sta­te sind inzwi­schen wie­der ab rund 15 Euro zu haben. Hier muss das digi­ta­le Ther­mo­stat aber noch für jeden Heiz­kör­per ein­zeln pro­gram­miert wer­den.

Heiz­kör­per­ther­mo­sta­te mit Blue­tooth-Modul sind eben­falls nicht mit dem Inter­net ver­bun­den: Die­se las­sen sich zwar per Han­dy bedie­nen, aller­dings nur zu Hau­se in Blue­tooth-Reich­wei­te. In der Regel sind die­se Model­le auch nicht mit einem Smart- Home-Sys­tem ver­bun­den. Die­se Ther­mo­sta­te gibt es ab etwa 25 Euro.

Wer mehr Funk­tio­nen benö­tigt, muss mehr inves­tie­ren. Die Prei­se unter­schei­den sich aller­dings auch bei ähn­li­chem Funk­ti­ons­um­fang stark. Ent­schei­dend ist die Zahl der benö­tig­ten Gerä­te, also bei­spiels­wei­se der Ther­mo­sta­te für alle Heiz­kör­per im Haus­halt. Denn meist umfasst ein güns­ti­ges Star­ter-Set nur ein oder zwei Ther­mo­sta­te.

Digi­ta­le Ther­mo­sta­te im Smart Home: vol­le Funk­ti­ons­fä­hig­keit nur im Netz­werk

Vie­le Funk­tio­nen sind aus­schließ­lich bei ver­netz­ten und inter­net­fä­hi­gen Gerä­ten vor­han­den. Ein typi­sches Star­ter­set kos­tet etwa 130 bis 210 Euro. Es ent­hält dann zum Bei­spiel neben einem Gate­way für den Zugriff auf das Sys­tem ein Heiz­kör­per­ther­mo­stat sowie einen Tür-/Fens­ter­kon­takt. Sol­len meh­re­re Heiz­kör­per smart gesteu­ert wer­den, sind zusätz­li­che digi­ta­le Ther­mo­sta­te nötig (ab 50 bis 90 Euro je Ther­mo­stat).

Bei­spiel: smar­te Ther­mo­sta­te zur Hei­zungs­steue­rung

Kos­ten125 bis 150 Euro ein­ma­lig (5 Heiz­kör­per)
Spar­po­ten­zi­al135 bis 220 Euro pro Jahr (Woh­nung mit 70 m²)
Pro­dukt­bei­spie­leWesmar­ti­fy Essen­ti­als Smart Home Blue­tooth (Steue­rung per App)
Eqi­va Blue­tooth Smart Heiz­kör­per­ther­mo­stat (Steue­rung per App)

Bei­spiel: ver­netz­tes Smart-Home-Set zur Hei­zungs­steue­rung

Kos­ten275 bis 470 Euro ein­ma­lig (5 Heiz­kör­per)
Spar­po­ten­zi­al135 bis 220 Euro pro Jahr (Woh­nung mit 70 m²)
Pro­dukt­bei­spie­leAVM Fritz!DECT 302
Home­ma­tic IP Evo
tado Star­ter Kit V3+

Bei­spiel: zusätz­li­che Tür-/Fens­ter­kon­tak­te zur Hei­zungs­steue­rung

Kos­ten40 bis 165 Euro ein­ma­lig (5 Fenster/Türen)
Pro­dukt­bei­spie­leSon­off SNZB-04 Zig­bee
Shel­ly DW2
Home­ma­tic HM-Sec-SC2‑2

Quellen/Daten: Einsparung/Heizkosten laut Heiz­spie­gel 2023 bei durch­schnitt­li­cher Woh­nung im Mehr­fa­mi­li­en­haus und Erd­gas-Zen­tral­hei­zung; Kos­ten laut Online-Preis­ver­gleich.

Ist die Instal­la­ti­on smar­ter Ther­mo­sta­te auf­wän­dig?

Bei Heiz­kör­pern reicht es in der Regel, die alten Ther­mo­sta­te durch smar­te Model­le zu erset­zen. Das kann jede/r selbst erle­di­gen; nötig ist even­tu­ell eine Rohr­zan­ge. Nach­dem Sie die ent­spre­chen­de App des/der Anbieter*in auf Ihrem Han­dy oder Tablet instal­liert oder die Online-Anwen­dung (wie die Web-Ober­flä­che der Fritz­Box von AVM) gestar­tet haben, kön­nen Sie die­se mit den smar­ten Ther­mo­sta­ten ver­bin­den.

Bei den Gerä­ten von tado brau­chen Sie dafür bei­spiels­wei­se nur den Bar­code auf dem digi­ta­len Ther­mo­stat zu scan­nen; bei AVM drü­cken Sie den DECT-Knopf an der Fritz­Box. Dann kön­nen Sie alle Funk­tio­nen der Smart-Home-Ther­mo­sta­te per App oder Web-Ober­flä­che auf dem Smart­phone oder Tablet ansteu­ern, je nach Sys­tem und Set­up auch von unter­wegs.

Vie­le Sys­te­me las­sen sich auch über Sprach­be­feh­le steu­ern und sind zum Bei­spiel mit Ale­xa von Ama­zon, Goog­le Assis­tent oder Siri von Apple kom­pa­ti­bel. Für die­je­ni­gen, die ihre Hei­zung lie­ber wei­ter­hin nur vor Ort regeln, haben vie­le Model­le auch ein inte­grier­tes Bedie­nungs­feld (Touch-Panel) oder ande­re Reg­ler, die denen her­kömm­li­cher Ther­mo­sta­te ähneln.

Wer will, kann die smar­te Hei­zungs­steue­rung kom­plett von einer Fach­frau oder einem Fach­mann pla­nen und instal­lie­ren las­sen. Dann müs­sen Sie aller­dings mit deut­lich höhe­ren Kos­ten rech­nen. Für eine Smart-Home-Hei­zungs­steue­rung kön­nen Sie aber auch sehr vie­les selbst in die Hand neh­men – egal, ob Sie eine kos­ten­güns­ti­ge Lösung suchen, ein­fach nur Spaß dar­an haben oder aber spe­zi­el­le Anfor­de­run­gen:

  • Es gibt zum Bei­spiel Bau­sät­ze für digi­ta­le Ther­mo­sta­te und Tür-/Fens­ter­kon­tak­te. Die sind güns­ti­ger und las­sen sich mit einem Löt­kol­ben fer­tig zusam­men­bau­en.
  • Auch bei den Smart-Home-Zen­tra­len gibt es Alter­na­ti­ven: etwa Plug-and-play-Gerä­te wie homee oder Fiba­ro Home Cen­ter, die ver­schie­de­ne (Funk-)Standards beherr­schen und so Gerä­te ver­schie­de­ner Hersteller*innen ein­bin­den kön­nen – oder Lösun­gen auf Basis des güns­ti­gen Mini-Com­pu­ters Raspber­ry Pi.
  • Min­des­tens eben­so groß ist die Viel­falt bei der Soft­ware für Hei­zungs­steue­rung und ande­re Smart-Home-Funk­tio­nen. Zu den bekann­tes­ten zäh­len FHEM, open­HAB, Home Assistant, Raspber­ry­ma­tic und IOBro­ker.

Hei­zungs­steue­rung mit smar­ten Ther­mo­sta­ten: Wel­che Funk­tio­nen gibt es?

Für smar­te Ther­mo­sta­te und Hei­zungs­steue­run­gen gibt es eine Viel­zahl von Anbieter*innen. Die meis­ten Ange­bo­te ver­fü­gen dabei zumin­dest über die­se Funk­tio­nen:

  • Hei­zen nach Plan: Direkt am Ther­mo­stat oder in der App lässt sich pro­gram­mie­ren, wann es wie warm wer­den soll. So las­sen sich regel­mä­ßi­ge Tages­ab­läu­fe gut abbil­den.
  • Fens­ter­er­ken­nung: Das Smart-Home-Ther­mo­stat regelt die Tem­pe­ra­tur auto­ma­tisch her­un­ter, wenn ein Fens­ter geöff­net wird. Das kann mit einem inte­grier­ten oder einem exter­nen Sen­sor (sie­he Foto) fest­ge­stellt wer­den.
  • Ein­zel­raum­steue­rung: Alle Räu­me kön­nen ein­zeln ange­steu­ert und tem­pe­riert wer­den. Das ist auch bei smar­ten Fuß­bo­den­hei­zun­gen mög­lich.

Hin­zu kom­men wei­te­re Fähig­kei­ten, über die nur eini­ge Gerä­te bezie­hungs­wei­se Sys­te­me ver­fü­gen:

  • Innen­raum-Sen­so­ren kön­nen nicht nur die Tem­pe­ra­tur, son­dern auch die Luft­feuch­tig­keit erfas­sen. So kann Schim­mel­bil­dung ver­hin­dert wer­den.
  • Auto­ma­ti­sches Erken­nen von Abwe­sen­heit: Durch das soge­nann­te Geo­fen­cing (GPS) erkennt das Sys­tem, wann die Bewohner*innen das Haus ver­las­sen. Es schal­tet die Hei­zung recht­zei­tig wie­der ein, bevor sie heim­keh­ren.
  • Eini­ge Sys­te­me berück­sich­ti­gen auch das Wet­ter: Ent­we­der sind sie mit einer Außen­sta­ti­on ver­bun­den oder bezie­hen ihre Infor­ma­tio­nen direkt aus dem Inter­net – von der Wet­ter­vor­her­sa­ge oder einer nahe­ge­le­ge­nen Wet­ter­sta­ti­on. Gera­de bei Fuß­bo­den­hei­zun­gen, die sehr lan­ge Reak­ti­ons­zei­ten haben, ist das ein gro­ßes Plus.
  • Mit der Zeit wer­den sie immer bes­ser: Eini­ge smar­te Ther­mo­sta­te kön­nen auch ler­nen. Sie erfas­sen zum Bei­spiel, wie lan­ge ein Raum zum Errei­chen einer bestimm­ten Tem­pe­ra­tur braucht – abhän­gig von Bau­wei­se, Außen­tem­pe­ra­tur und Son­nen­ein­strah­lung – und kön­nen sich dar­auf ein­stel­len.

Was ist für Daten­schutz bei der Hei­zungs­steue­rung zu beach­ten?

Die Her­aus­for­de­run­gen in Sachen Daten­schutz und Daten­si­cher­heit ins­ge­samt hän­gen von den zur Hei­zungs­steue­rung ver­wen­de­ten Gerä­ten und Sys­te­men ab:

  • Sind die Gerä­te mit­ein­an­der ver­netzt?
  • Besteht eine zeit­wei­se oder dau­er­haf­te Inter­net­ver­bin­dung?
  • Wo wer­den Daten gespei­chert und wohin wer­den sie über­tra­gen?
  • Wel­che Funk­tio­nen wer­den lokal oder mit Hil­fe eines Online-Ser­vers genutzt?

Als Nutzer*in kön­nen Sie selbst rela­tiv ein­fach für mehr Hei­zungs­steue­rungs-Daten­schutz und Daten­si­cher­heit sor­gen:

  1. Über­le­gen Sie, wel­che Funk­tio­nen und Inter­net-Ver­bin­dun­gen wirk­lich nötig sind.
  2. Wäh­len Sie Gerä­te mit einem lang­fris­ti­gen Ange­bot an Sup­port und Updates.
  3. Ver­wen­den Sie siche­re Pass­wör­ter und pas­sen Sie Ein­stel­lun­gen für Daten­schutz und Daten­si­cher­heit an.
  4. Küm­mern Sie sich regel­mä­ßig um Back­ups und Updates.

Lässt sich auch der Heiz­kes­sel digi­tal steu­ern?

Span­nend für Eigentümer*innen: Nicht nur die Heiz­kör­per und Flä­chen­hei­zun­gen, auch der Heiz­kes­sel, die Hei­zungs­pum­pen und der Puf­fer­spei­cher kön­nen intel­li­gent gesteu­ert wer­den. Sol­che Sys­te­me wer­den oft direkt von den Heizungshersteller*innen ange­bo­ten. Es gibt aber auch vie­le ande­re Anbieter*innen, die sich auf smar­te Hei­zungs­steue­rung spe­zia­li­siert haben. Wer sei­ne Hei­zung gera­de erneu­ert oder ein Haus baut, soll­te sich aus­führ­lich infor­mie­ren und meh­re­re Ange­bo­te ein­ho­len. Auch bestehen­de Anla­gen im Alt­bau kön­nen auf­ge­rüs­tet wer­den.

Die smar­te Hei­zungs­steue­rung passt dann zum Bei­spiel die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur, also die Tem­pe­ra­tur, mit der das Was­ser ins Sys­tem geführt wird, dem tat­säch­li­chen Bedarf an. Dabei berück­sich­tigt sie die aktu­el­le Zim­mer- und Außen­tem­pe­ra­tur oder auch Wet­ter­pro­gno­sen. Befin­det sich das Haus in der Anwärm­pha­se, gibt der Hei­zungs­mi­scher auch ent­spre­chend Gas. Nähert sich hin­ge­gen nach einer kal­ten Nacht ein Warm­front, schal­tet das Sys­tem schon frü­her einen Gang run­ter. Sinn­voll sind Wet­ter­vor­her­sa­gen auch, um den Puf­fer­spei­cher auf die rich­ti­ge Tem­pe­ra­tur vor­zu­hei­zen.

Smar­te Hei­zungs­pum­pen und Zir­ku­la­ti­ons­pum­pen hel­fen beim Spa­ren

Zu den größ­ten ver­steck­ten Strom­fres­sern im Haus gehört die Hei­zungs­pum­pe. Denn alte Hei­zungs­pum­pen lau­fen häu­fig durch, auch wenn gera­de nicht geheizt wird. Mit einer intel­li­gen­ten Steue­rung der Hei­zungs­pum­pe lässt sich das ändern. Moder­ne Hei­zungs­pum­pen pas­sen sich in ihrer Leis­tung auto­ma­tisch dem aktu­el­len Bedarf an. So kann sich ein Aus­tausch der Hei­zungs­pum­pe schon nach drei bis fünf Jah­ren loh­nen, auch ohne Ein­bin­dung ins Smart Home.

Die Warm­was­ser­be­rei­tung kann eben­falls smart opti­miert wer­den: Wie die Hei­zungs­pum­pe läuft auch die Zir­ku­la­ti­ons­pum­pe für die Warm­was­ser­ver­sor­gung oft unnö­tig. Das Sys­tem kann so ein­ge­stellt wer­den, dass es nur bei Bedarf, etwa vor einem Bad, höhe­re Tem­pe­ra­tu­ren bereit­stellt oder nur, wenn Sie zu Hau­se sind.

Lässt sich auch die Fuß­bo­den­hei­zung smart steu­ern?

Grund­sätz­lich sind alle Funk­tio­nen der smar­ten Hei­zungs­steue­rung auch bei Fuß­bo­den­hei­zun­gen oder ande­re Flä­chen­hei­zun­gen (Wand- oder Decken­hei­zung) ein­zu­rich­ten. Bei Neu­bau­ten soll­te dies direkt bei der Pla­nung berück­sich­tigt wer­den, da das Nach­rüs­ten auf­wen­di­ger ist. Aber auch die nach­träg­li­che Auf­rüs­tung vor­han­de­ner Fuß­bo­den­hei­zun­gen ist in der Regel kein Pro­blem und kann oft selbst durch­ge­führt wer­den.

Fuß­bo­den­hei­zun­gen wer­den über einen zen­tra­len Heiz­kreis­ver­tei­ler gesteu­ert, der die ver­schie­de­nen Heiz­krei­se im Haus oder in der Woh­nung mit hydrau­li­schen Ven­ti­len regelt. Die­se sind meist mit Raum­ther­mo­sta­ten ver­bun­den: Liegt die Tem­pe­ra­tur unter dem Soll­wert, heizt die Hei­zung. Weil Fuß­bo­den­hei­zun­gen lan­ge Reak­ti­ons­zei­ten haben, reagie­ren sie zeit­ver­setzt und häu­fig ist es im Raum zu warm oder zu kalt.

Wet­ter­vor­her­sa­ge für beson­ders smar­te Fuß­bo­den­hei­zun­gen

Intel­li­gen­te Steue­rungs­ein­hei­ten kön­nen direkt im Heiz­kreis­ver­tei­ler ein­ge­rich­tet wer­den: Sie mes­sen die Tem­pe­ra­tur von Vor- und Rück­lauf, erhal­ten Daten von smar­ten Raum­ther­mo­sta­ten und berück­sich­ti­gen die Wet­ter­vor­her­sa­ge. So kann die Heiz­leis­tung schon erhöht wer­den, bevor die Außen­tem­pe­ra­tu­ren stark sin­ken.

Sol­che Smart-Home-Erwei­te­run­gen gibt es zum Bei­spiel von Netat­mo und Home­ma­tic IP. Ande­re Anbieter*innen wie tado oder Con­tro­me set­zen dage­gen vor allem auf Online-Wet­ter­da­ten am Stand­ort des Gebäu­des. So oder so: Wer­den Wet­ter­vor­her­sa­gen berück­sich­tigt, kann das für mehr Effi­zi­enz sor­gen. Laut einer Fraun­ho­fer-Stu­die für tado ist dadurch eine Ein­spa­rung von sechs Pro­zent mög­lich.

Ob Flä­chen­hei­zung oder Heiz­kör­per: Auch alte Raum­ther­mo­sta­te kön­nen in der Regel pro­blem­los durch Smart-Home-Ther­mo­sta­te ersetzt wer­den. In die­sem Fall sind, wie bei allen Arbei­ten an der Elek­trik, die ent­spre­chen­den Sicher­heits­vor­keh­run­gen zu beach­ten.

Erfolgs­kon­trol­le für die Hei­zungs­steue­rung

Hat die intel­li­gen­te Hei­zungs­steue­rung tat­säch­lich die gewünsch­te Wir­kung erzielt? Den Ener­gie­spar­erfolg schwarz auf weiß zu doku­men­tie­ren, kann sehr moti­vie­rend sein und auch zu einer Ver­bes­se­rung des Ver­hal­tens der Nutzer*innen füh­ren. Per Smart Meter kön­nen Sie nicht nur den Strom­ver­brauch erfas­sen. Es gibt sie auch für Erd­gas und Fern­wär­me sowie Was­ser. Das Non­plus­ul­tra für die Erfolgs­kon­trol­le sind Wär­me­men­gen­zäh­ler.

Smar­te Hei­zung im Mehr­fa­mi­li­en­haus – Erfah­run­gen aus einer Miet­woh­nung

Eine Hei­zung, die sich auf­grund von Wet­ter­pro­gno­se­da­ten sel­ber vor­aus­schau­end regu­liert? In der Miet­woh­nung der Nie­der­län­de­rin San­ne de Wit wird die Hei­zung auf inno­va­ti­ve Wei­se gere­gelt. Die Idee dazu hat­te ihr Ver­mie­ter Till Eich­mann. Ihm war es wich­tig, in sei­nen Immo­bi­li­en Ener­gie- und Heiz­kos­ten zu sen­ken. Die inte­grier­te Moni­to­ring-Funk­ti­on hilft zusätz­lich, Feh­ler und Stö­run­gen im Betrieb schnel­ler und genau­er zu iden­ti­fi­zie­ren und zu behe­ben.

  • Mehr­fa­mi­li­en­haus mit 25 Haus­hal­ten
  • Bau­jahr: nach 1900
  • Heiz­kos­ten­ein­spa­rung: jähr­lich etwa 12 Pro­zent für das gesam­te Haus

Das Sys­tem besteht aus meh­re­ren Sen­so­ren, die 2020 schnell, unkom­pli­ziert und ohne Beein­träch­ti­gun­gen für die 25 Miet­par­tei­en instal­liert wur­den. Rück­mel­dun­gen sei­tens der Mieter*innen gab es laut Eich­mann kaum. „Das wer­te ich als gutes Zei­chen“, resü­miert er. Und auch als die Anla­ge bereits zwei Jah­re in Betrieb ist, zeigt er sich zufrie­den. Die pro­gnos­ti­zier­ten Ein­spa­run­gen wur­den erreicht – etwa 12 Pro­zent weni­ger Heiz­kos­ten für das gesam­te Haus – und es gab kei­ne gro­ßen Pro­ble­me. „In der Sum­me“, fin­det Eich­mann, „ein sehr ent­spann­tes Pro­jekt“.

Auch Mie­te­rin San­ne de Wit ist mit der moder­nen Wär­me­regu­lie­rung sehr zufrie­den: kein Ärger, kei­ne kom­pli­zier­te Tech­nik – alles gut. Und wenn es im Hei­zungs­be­trieb Pro­ble­me gibt, sind die­se meis­tens schnell gelöst. Dank eines digi­ta­len Moni­to­rings wis­sen die Instal­la­teu­re direkt, wo das Pro­blem liegt.

Eine Hei­zungs­steue­rung mit Wet­ter­pro­gno­se ermög­licht eine vor­aus­schau­en­de Hei­zungs­re­ge­lung. Das Sys­tem bezieht die Wet­ter­pro­gno­se­da­ten des jewei­li­gen Ortes für die nächs­ten drei bis vier Stun­den aus dem Inter­net. Kün­di­gen sich Ände­run­gen an, kann das Sys­tem früh­zei­tig reagie­ren. So wer­den gro­ße Aus­schlä­ge nach oben oder unten ver­mie­den und die Raum­tem­pe­ra­tur wird durch­ge­hend kon­stant gehal­ten. Die Instal­la­ti­on des gesam­ten Sys­tems geht schnell. In ers­ter Linie müs­sen Sen­so­ren an Vor- und Rück­lauf­tem­pe­ra­tur, an der Ver­brauchs­stel­le und in den Woh­nun­gen instal­liert wer­den.

Die erreich­ten Ein­spa­run­gen bei den Heiz­kos­ten lie­gen laut Eich­mann bei cir­ca 12 Pro­zent. Die Hälf­te des ein­ge­spar­ten Gelds wird genutzt, um die lau­fen­den Kos­ten zu decken, die ande­re Hälf­te wird an die Mieter*innen in Form nied­ri­ger Heiz­kos­ten wei­ter­ge­ge­ben. Durch eine BAFA-För­de­rung, die Eich­mann in Anspruch genom­men hat, wird der Anreiz für eine Hei­zungs­steue­rung mit Wet­ter­pro­gno­se für Ver­mie­ten­de noch attrak­ti­ver.

In den Miet­woh­nun­gen selbst wer­den nur Sen­so­ren instal­liert, die die aktu­el­le Raum­tem­pe­ra­tur und Luft­feuch­tig­keit mes­sen. Die Ergeb­nis­se wer­den nicht nur an die Soft­ware zur Hei­zungs­steue­rung wei­ter­ge­ge­ben, sie sind auch für die Mieter*innen trans­pa­rent. Wer genau wis­sen will, was in der eige­nen Woh­nung erfasst wird, kann mit einem QR-Code an den Sen­so­ren eine Smart­phone-App instal­lie­ren. Die­se zeigt dann die Mess­da­ten in der eige­nen Woh­nung an.


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Autor: Jens Hakenes

Als freier Redakteur und Webdesigner habe ich sehr unterschiedliche Fälle auf meiner Werkbank. Unter "Aktuelles" gibt es immer mal wieder Einblicke – und bei Bedarf passenden Support: per Kommentar oder auch persönlich.

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