FRITZ!DECT 301 im Test: smartes Thermostat für Einsteiger

13. Oktober 2018 | Werkzeuge

Langsam, aber sicher wird es wieder kalt – und der aktuelle Heizspiegel von co2online zeigt, was das alles kostet. Höchste Zeit, in der neuen Wohnung elektronische Thermostate anzubringen und einen kleinen Test zu starten. Mit dabei: das FRITZ!DECT 301.

790 Euro kostet das Heizen einer durchschnittlichen Wohnung mit 70 Quadratmetern laut Heizspiegel 2018, der von meinem Auftraggeber co2online herausgegeben wird. Bis zu zehn Prozent lassen sich mit Hilfe elektronischer Thermostate wie dem FRITZ!DECT 301 im Schnitt einsparen. Das wären fast 80 Euro pro Jahr. Oder in fünf Jahren grob gerechnet (weil ohne Preissteigerung) 400 Euro. So viel könnte man also auch gut und gerne in Spar-Werkzeuge wie elektronische Thermostate investieren.

Heizkosten unter dem Durchschnitt: Lohnen sich elektronische Thermostate wie das FRITZ!DECT 301?

In unserer alten Wohnung lagen die Heizkosten unter dem Durchschnitt: rund 650 statt 790 Euro bei 70 Quadratmetern, wie die Grafik aus dem Energiesparkonto zeigt. Entsprechend kleiner war das Sparpotenzial.

Heizkosten als Balkendiagramm: 659 Euro in 2013, 683 Euro in 2014, 643 Euro in 2015 und 617 Euro in 2016

Deswegen hatte ich bisher vor allem einfache elektronische Thermostate im Einsatz. Zum Beispiel das eQ-3 Model N. Das kostet nur rund 10 Euro, ist dafür aber nicht besonders smart: An jedem einzelnen Heizkörper muss das elektronische Thermostat programmiert werden. Eine App oder andere zentrale Steuerung gibt es nicht – im Gegensatz zum FRITZ!DECT 301, das einen entscheidenden Vorteil hat: Es lässt sich über die in vielen deutschen Haushalten bereits vorhandene Fritz-Box steuern. Ein Hauch Smart Home und das für vergleichsweise wenig Geld, weil keine teure Smart-Home-Zentrale nötig ist.

Smart Home für Einsteiger: erster Schritt mit Thermostaten

Auch unsere neue Wohnung ist bisher nicht besonders smart. Wie üblich sind herkömmliche Thermostate installiert. Als wir vor einigen Tagen zum ersten Mal geheizt haben, kam es, wie es kommen musste: Das Thermostat wurde zwar tagsüber aufgedreht, aber am Abend nicht wieder zugedreht. Das passiert jetzt nicht mehr, denn ich habe gleich mal ein neues FRITZ!DECT 301 installiert und damit einen kleinen Test eingeläutet.

Herausfinden will ich, welche elektronischen Thermostate (und welches Zubehör) sich bei unterdurchschnittlichem Heizenergieverbrauch anbieten. Denn die Bandbreite bei elektronischen Thermostaten ist ziemlich gewaltig: von etwa 10 bis 65 Euro pro Stück. Und besonders smarte und damit meist auch besonders teure Thermostate dürften sich für sparsame Heizer oder Haushalte mit besonders vielen Heizkörpern nicht lohnen.

Elektronische Thermostate im Vergleich (Auswahl)

Modellzentrale Steuerung (App/Web etc.)kompatibel mit Fensterkontakt etc.Kosten im Online-Handel (Preisvergleich)
eQ-3 Typ N  ab 10 Euro
eQ-3 Model N Bluetooth (Test  (kostenlose App) ab 15 Euro
EUROtronic Comet DECT (Test)*  (Fritz-Box) ab 33 Euro
eQ-3 HomeMatic HM-CC-RT-DN (Test)  (Smart-Home-Zentrale nötig) ab 36 Euro
AVM Fritz!DECT 301 (Test)  (Fritz-Box) ab 40 Euro
eQ-3 Homematic IP Heizkörperthermostat (Test)  (Smart-Home-Zentrale nötig) ab 45 Euro
AVM Fritz!DECT 300 (Test)*  (Fritz-Box) ab 45 Euro (fast nur noch gebraucht)
tado° Smartes Heizkörperthermostat (Test)  (Smart-Home-Zentrale nötig) ab 65 Euro

* baugleich

FRITZ!DECT 301 installieren: Nichts leichter als das!

Am Abend noch schnell ein elektronisches Thermostat installieren? Geht tatsächlich. Bei meinem ersten FRITZ!DECT 301 habe ich keine fünf Minuten gebraucht.

Gerade ausgepackt ist das FRITZ!DECT 301 auch schon so gut wie startklar. Nur eine Batterie-Schutzfolie ist zu entfernen. Dann kann das Gerät mit der Fritz-Box verbunden werden. Das passiert innerhalb weniger Sekunden, indem an der Fritz-Box die DECT-Taste gedrückt wird. Anschließend das herkömmliche Thermostat entfernen. Was dabei zu beachten ist, zeigt co2online mit einer Bilderstrecke.

Ganz wichtig, vor allem für Mieter: Die herkömmlichen Thermostate aufheben, um sie beim Auszug wieder anzubringen! Ist allerdings auch für Eigentümer sinnvoll, zum Beispiel wenn ein elektronische Thermostat kaputt geht und kein Ersatz zur Hand ist.

Danach das FRITZ!DECT 301 anbringen. Dann auf die OK-Taste drücken, kurz warten und das Programmieren kann beginnen. Möglich ist das direkt am Gerät oder über die Weboberfläche der Fritz-Box. Das Programmieren kann bei einfachen elektronischen Thermostaten ziemlich aufwändig sein. Denn die müssen an jedem einzelnen Heizkörper programmiert werden – und das an einem kleinen Display mit je nach Modell zwei bis vier Tasten und/oder mit einem Drehrad. Aus Erfahrung weiß ich: Programmieren kann dauern. Vor allem, wenn die Tasten und Drehräder einfacher elektronischer Thermostate nach einiger Zeit nicht mehr richtig funktionieren. Beim FRITZ!DECT 301 dagegen ist das Programmieren an einem normalen Bildschirm und mit Maus oder Touchpad schnell erledigt.

Fritz-Box-Weboberfläche: Zeitplan als Balkendiagramm von Montag bis Sonntag

FRITZ!DECT 301 ablesen: besser dank E-Paper

Was außerdem gleich auffällt, ist das Display. Das E-Paper-Display (bisher vor allem eine Sache für E-Book-Reader) ist der wesentliche Unterschied zwischen dem FRITZ!DECT 301 und dem Vorgänger FRITZ!DECT 300:

  • Das Display ist ständig an,
  • auch aus verschiedenen Winkeln gut ablesbar (was bei Heizkörpern häufig von Vorteil ist),
  • es ist außerdem in 90-Grad-Schritten drehbar und
  • verbraucht weniger Energie (nur bei Änderung des Display-Inhalts).

Zum Drehen des Displays des FRITZ!DECT 301 hat die Zeit am Abend dann allerdings doch nicht mehr gereicht. Auch dafür gibt es eine Anleitung: in der sehr guten Online-Dokumentation des Herstellers AVM.

Weitere Eindrücke und Test-Ergebnisse des FRITZ!DECT 301 folgen in den kommenden Wochen. Auch andere Modelle und Zubehör wie Tür-/Fensterkontakte werde ich ausprobieren. Wer nix verpassen will, folgt mir bei Twitter.